Bericht: Alpine A110

Vor einigen Monaten haben wir schon mal über die Geschichte und Wiederbelebung der Marke ALPINE berichtet.

 

Nun soll es bald soweit sein und es gibt einige neue Details, die durch die Presse wandern.

 

Inzwischen steht auch fest, dass das erste Modell nach der Wiederauferstehung keine fortschreibende Modellbezeichnung bekommen wird, sondern so eng an die einst bekannteste Ikone der Marke angelehnt wird, dass es auch den Namen tragen wird: A110.

 

Die moderne Alpine A110 sucht sich auch gezielt seine Konkurrenz, ist aber doch irgendwie herrlich anders.
Die Ausmaße erinnern stark an typische und etablierte Konkurrenten der Klasse, wie den Audi TT.
4,18m Länge bei 2,42m Radstand, Höhe rund 1,26m und Breite rund 1,80m (ohne Spiegel).
Die Sprurbreite liegt bei beiden Achsen bei etwas über 1,55m

 

Klare Abgrenzung:
Renault verfolgt mit der A110 ein knallhartes Mittelmotorkonzept und vielversprechendes Gewichtsmanagement.

 

Wie schon mal berichtet, setzt Renault-Nissan hier auf Leichtbau.
Über 90% der Karosse UND Plattform bestehen aus Aluminium.
Angepeiltes Leergewicht: unter 1.200kg (1.103kg gem. DIN).
Die Gewichtsverteilung liegt bei 56% hinten und 44% vorne bei betont niedrigem Schwerpunkt.
Während der Motor logischerweise knapp vor der Hinterachse liegt , liegt der Tank (45Liter) knapp hinter der Vorderachse.

 

Da wird klar, dieses Auto wurde zum Fahren entwickelt.
Stellt sich die Frage nach dem Antrieb.
Diese Komponente teilt sich die A110 mit dem Megane RS.
Im Klartext bedeutet dies ein 1.8 Liter Turbo, der rund 252PS leistet und 320Nm Drehmoment entwickelt sowie die Hinterachse über ein Getrag 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe antreibt.
Ergebnis:
250km/h abgeregelte Höchstgeschwindigkeit und durchaus sehr beeindruckende 4,5 Sekunden, die bis zum Erreichen des Standard-Landstraßentempos vergehen.

 

Mitschuld dürften die sehr guten Verhältnisse zwischen Leistung und Gewicht dabei tragen.
Geht man von einem Trockengewicht iHv 1.080kg aus, bedeutet dies 4,3kg pro Pferd oder 233 Pferdchen pro Tonne (228PS/to bei DIN-Leergewicht).
Hört sich schon irgendwie ein wenig nach Spaß an, oder?

 

Der Cw-Wert beträgt übrigens gerade mal 0,32.
Derzeit gibt Renault einen Normverbrauch von 6,2l/100km an und verspricht einen CO²-Wert von unter 140g/km.

 

Unterstützt wird das Ganze noch durch drei wählbare Fahrmodis (Normal, Sport, Track).
Diese haben Einfluss auf Motorcharakteristik, Schaltzeitpunkte, Lenkung, ESP, Abgassystem und Informationssysteme im Cockpit.
Dort erwartet den Fahrer übrigens hochwertiges Material.
Leder, Aluminium und Carbon sind reichhaltig sichtbar und auch sonst macht auch das Interieur klar: Kernauftrag = Fahren!

 

Renault betont aber, dass das Fahrzeug so konzipiert ist, dass es Fahrer und Beifahrer Platzangebot und Komfort bietet, dass es für den Alltag geeignet ist.
Trotzdem muss mit dem Gepäck gut geplant werden, denn die beiden Kofferräume in der Front und im Heck bieten zusammen 196 Liter (100 Liter hinten, 96 Liter vorn).
Für ein Fahrzeug dieser Art wohl ein verschmerzbares Manko.

 

Um dem Fahrspaß im Fall des Falles zugunsten der Sicherheit Einhalt zu gebieten, hat Renault bei Brembo eine angepasste Bremsanlage in Entwicklungsauftrag gegeben.
Diese arbeitet rundrum mit 320mm-Scheiben, die vorn von je 4-Bremszylindern bearbeitet werden und hinten von einem.
Um Gewicht zu sparen, wurde in dem Aluminium-Brems-System an der Hinterachse das Park-Bremssystem clever integriert.
Diese Bauweise ist Alpine vorbehalten.

 

Letztlich kommen wir dann noch zum Preis.
Wer jetzt hier ein Ultra-Sonderangebot erwartet, liegt falsch.
Schon während der Entwicklung machte das Management deutlich, dass man den Namen nicht wiedererwecken wolle, um ihn dann zu verramschen, sondern Sportwagenbau für höchste Ansprüche zu bieten.
Wer möchte, kann sich unter alpinecars.com die "Alpine A110 Première Edition" sichern.
Die kostet inklusive französischer Mehrwertsteuer 58.500 EUR.

 

Die europäischen Versionen sollen noch 2017 ausgeliefert werden.
Alle anderen müssen bis 2018 warten.

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