Generationen Audi R8 - Teil 2

Der R8 war mir die Tage schon einen kleinen Bericht zum sportlichsten Modell von Audi wert.

 

Heute hatten wir Gelegenheit einen Audi R8 V10 Typ 4S aus der Nähe zu betrachten.

 

Nur eine zeitliche Angespanntheit und die Tatsache, dass das Fahrzeug bereits einem Kunden versprochen ist, verhinderte eine Probefahrt, um mal 540PS und 0-100km/h in 3,5 Sekunden zu "erfühlen".
Dies hätte allerdings auch nur eingeschränkten Wert gehabt, da so spontan kaum gescheite Möglichkeit zum Drehen gegeben gewesen wäre.

 

Wie auch nicht anders erwartet, ist der Eindruck, den das Fahrzeug hinterlässt, in jeder Hinsicht outstanding.
Alleine schon der Blick durch die verglaste Heckklappe auf den V10 FSI erwärmt mir persönlich das Herz, aber aus jedem Blickwinkel sieht der Mittelmotor-König einfach nur beeindruckend aus.

 

Die langen Türen mit der in der tiefen Sicke versteckten Griffmulde öffnen bei Bedarf enorm weit, so dass der Zustieg vergleichsweise nicht zu umständlich wird.
Allerdings muss man gewisse Zugeständnisse schon machen, denn wie man sich vielleicht denken kann, ist die Einstiegshöhe nicht allzu üppig.
Der Verstellbereich der (natürlich elektrisch verstellbaren) Sitze ist aber dafür mehr als großzügig und eine bequeme Sitzposition sollte eigentlich jeder finden. Obwohl der Wagen auch nicht gerade vor Dachhöhe strotzt, gibt es für einen 1,90m-Mann kein Problem mit der Kopffreiheit.
Auch das sonstige Raumgefühl ist eher ordentlich.
Die Sportsitze wirken bequem und ein hohes Maß an Seitenhalt versprechend.
Das in diesem Fall in vermontbraun gehaltene Feinnappa in Rautensteppung fühlt sich sehr gut an.

 

Das Cockpit ist hier in schwarz gehalten.
Gegen Aufpreis sind hier andere Optionen verfügbar, inklusive Leder- oder Alcantara-Vollbezug à la Audi Exclusive.
Dieser R8 verfügt über das aufpreispflichtige Performance-Lenkrad mit 4 Bediensatelliten und Performance-Mode.
Das Armaturenbrett wirkt übersichtlich und aufgeräumt, auf den ersten Blick kommt es einem gar etwas spartanisch vor. Andererseits: Auf den zweiten Blick wirken die verzierten Drehregler in der Mitte wohltuend puristisch, denn für was braucht es in einem Supersportwagen auch eine funktionsüberfrachtete Konsole?

 

Verarbeitungsqualität und Materialauswahl sind hervorragend, was man bei einem Fahrzeugpreis von in diesem Fall rund 159.000 EUR wohl auch erwartet. Trotzdem ist es wohltuend sich in einem Fahrzeug umzugucken, ohne auch nur einen Hauch eines Verarbeitungsfehlers zu finden oder doch mal zu denken: "Das hätte man besser oder anders lösen können/sollen".

 

Fazit: Der R8 kann auch im Stand begeistern.
Vielleicht lässt sich das mit der Probefahrt ja nachholen.

 

Ein Trost ist im Bezug auf den Fahrzeugpreis vielleicht auch die Tatsache, dass es den Vorgänger mitunter schon ab um 50.000 EUR gibt. Dabei handelt es sich um frühe (2007-2008) Typ 42 mit V8 FSI.
Die gibt es zwar auch, aber R8 dieser Kategorie haben dann nicht zwingend viel gelaufen und/oder sind verramscht, eigentlich sogar im Gegenteil und manche sind sogar Händlerangebote mit nachvollziehbarer Historie.

 

Wer solche Hausnummern zu investieren bereit ist, muss natürlich noch die Unterhaltskosten im Auge haben.
In der Haftpflicht sind die V8 FSI mit TK 14 sehr günstig eingestuft, dafür haben es die Typklassen in der Kasko mit 29 bzw. 31 schon eher in sich. Selbst vergleichsweise günstige Angebote liegen bei mittleren SF-Klassen doch gern mal über 2.000,- EUR im Jahr inkl. Vollkasko.

 

Über Kraftstoffe und Wartung muss man wohl nicht viele Worte verlieren. Dass diese bei einem Supersportwagen nicht gerade auf niedrigstem Niveau liegen, dürfte klar sein.
Der V8 dürfte hier allerdings eine Spur erträglicher sein als die V10 und wer das ein oder andere bei seinem Schätzchen selbst schrauben, warten und pflegen kann, hat großes Sparpotential.

 

Ein Spaß für den "kleinen" Mann wird ein R8 aber wohl nie werden.

Muss es aber auch gar nicht.

 

Auch Träume sind schön!

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