Bericht: GM >>> Opel <<< PSA - Teil 2

Wir haben die Tage bereits einige kurze Gedanken zu dem geplanten Verkauf hier kundgetan.

 

Mittlerweile sind die Verhandlungen unverrückbar bestätigt und werden die Informationen immer konkreter.

 

GM-Chefin Mary Barra wird sich gegenüber dem Opel Management persönlich zu dem Fortschritt der Verhandlungen äußern.

 

GM-Aufsichtsrat-Chef Ammann gilt als Hardliner, exakt wie der portugiesische PSA-Chef Carlos Tavares.
Letzterer kann sich auf die Fahne schreiben innerhalb von wenigen Jahren PSA so gesund gespart zu haben, dass der Konzern wieder schwarze Zahlen schreibt.
Allerdings mussten bei dem Kurs auch ein komplettes Werk und insgesamt 10.000 Jobs dran glauben.
Nebenbei wurden auch zahlreiche Modellreihen zusammengestrichen, wie z.B. sämtliche CC-Modelle, die sich aber eigentlich in Zentral-Europa beständiger Beliebtheit erfreuten.
Dies sei Tavares aber wohl zu wenig gewesen und sehe das als Behinderung der Pläne in Richtung internationaler Bedeutung.
An der mangelt es PSA jedoch nach wie vor.

 

Stellt sich natürlich die Frage, was Opel erwartet, wenn eine Übernahme durch PSA erfolgt.
Opel kämpft z.B. jetzt noch an den Folgen der Auflösung des Bochumer Werkes und das ist bereits 2 Jahre her.
Offizielle und breite Kritik sind das Eine, Gerichtsverhandlungen und gut 1.000 Ex-Opelaner im Angesicht drohender Langzeit-Arbeitslosigkeit das Andere.
Das klingt hier so nüchtern, doch man male sich aus, was das mitunter für den Einzelnen für ein Schicksal bedeuten mag.

 

Solche Verhältnisse sind für Opel schließlich auch kein Novum und nach wie vor schreibt das Unternehmen, trotz Aufwind und vielversprechender neuer Modelle, immer noch rote Zahlen,
d.h. für den "Zauberer" (Spitzname Tavares) besteht hier reichlich Ansatz harte Kurse fortzusetzen und weitere Arbeitsplätze zu opfern.

 

Große Fragen stellt man sich natürlich auch bezüglich der Motivationen der Verhandlungspartner.
GM wird nachgesagt allmählich vom deutschen Autobauer, der nur rote Zahlen schreibt, die Nase einfach voll zu haben.
Allerdings waren Opel und Vauxhall auch der einzige konkrete Zugang zum europäischen Markt für GM.
Parallelisierungen über koreanische Modelle sind ja gründlich gescheitert und hat GM inzwischen wieder aufgegeben.
Da sich GM aber nun auch aus dem russischen Markt zurückziehen wird, könnte dies hier ein weiterer Checkpoint zur Überwindung einer Durststrecke sein.
GM steht international unter Druck, selbst im heimatlichen Markt.
Von daher, da beide Konzerne ja von "weitreichenden Allianzen" sprechen, bleiben auch die Bedingungen der Übernahme abzuwarten.
GM hat gerade auf der Entwicklungsschiene auch sehr stark von den Rüsselsheimern profitiert, während die Marktaktivitäten stark kontrolliert wurden.
Internationales Geschäft war Opel schlicht untersagt, während GM sich zu dem Zweck aber sämtlicher Patente bediente.
Das wäre ein Punkt, wo Fürsprecher der PSA-Übernahme einen Ansatz für Hoffnungen für Opel sehen.
Unter PSA könnte diese Bürde für Opel erledigt sein und die Technik-Transfers zwischen den Herstellern ein Geben und ein Nehmen.

 

Damit käme man auch zu der Motivation von PSA.
Synergie-Möglichkeiten wären gegeben, indem man ganze Plattformen gemeinsam entwickeln und nutzen könnte. 
Kritiker sehen aber auch eine Gefahr einer Ausschlachtung von Opel, da beide in der Modellpolitik ähnliche Interessen haben.
Allerdings ist die Frage, ob da PSA langfristig etwas davon hätte.
Durch die Übernahme von Opel und Vauxhall hätte PSA die Chance im Europa-Geschäft an Renault-Nissan vorbeizuziehen und Tavares die Möglichkeit seinem Counterpart und Namensvetter (Carlos Gosn; CEO Renault-Nissan) die lange Nase zu zeigen.
Diesen Vorteil würde PSA sodann wohl halten und ausbauen wollen.
Eine Ausschlachtung stünde dem eher entgegen.
Abzuwarten bliebe sodann aber, wie PSA durch Produktdiversifikation eine konzerninterne Kannibalisierung vorbeugen wird.
Auch hier sehen Kritiker Gefahren für Opel.

 

Ein völlig neuer Aspekt wäre, wenn zu den Verhandlungen noch neue Interessenten hinzu kämen.
GM würde das sicher begrüßen.
Das müsste allerdings dann sehr schnell gehen, denn die Tatsache, dass bereits Gespräche mit den Landesregierungen gesucht werden und Informationen durchsickern, dass diese Verhandlungen schon seit 2016 andauern, zeugt von einem recht weiten Fortschritt.

 

Bleibt nur abzuwarten.

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