SECMA F16 / F16 Turbo

Mancheiner denkt bei F16 ja als erstes an ein inzwischen recht traditionsreiches Kampfflugzeug, das unter anderem bei der US Airforce im Dienst ist.

Bewegt man sich allerdings in Bereichen des Automotive, meint man hier womöglich etwas ganz anderes:

 

SECMA ist ein kleiner Hersteller von Fun Cars, Buggies, etc mit seinem Sitz in Aniche in Frankreich.
30.000 Fahrzeuge wurden bis dato nach eigenen Angaben produziert.

 

Was SECMA aber vor einigen Jahren besonders interessant werden lies, war die Tatsache, dass sie einen puristischen Kleinstwagen entwickelt hatten: den SECMA F16.

 

Es handelt (er ist nach wie vor zu haben) sich um einen zweisitzigen Sportwagen auf einem selbstentwickelten Stahl-Chassis mit einer Kunststoff-Karosserie. Motto: puristische Sportlichkeit.
Der F16 ist ganze 2,75m lang, 1,76m breit und 1,10m hoch.
Der Radstand beträgt ganze 2m.
Aber das beste daran ist das Gewicht: 560kg. Nein! Das ist kein Tippfehler! Der F16 wiegt leer tatsächlich etwas mehr als eine halbe Tonne.

 

Nun könnte man natürlich annehmen: "Ja gut. Ist eben so ein Spaßbuggy mit um 30PS." - Nein! Auch daneben.
Die Antriebstechnik stammt in weiten Teilen von Renault.
Befeuert wird der F16 nämlich von einem rund 1.6 Liter 4-Zylinder, der im Heck eingebaut ist und auch die Hinterachse antreibt und zwar mit ganzen 105PS Leistung und nicht ganz 150Nm Drehmoment.
Die Gänge sortiert ein 5-Gang-Schaltgetriebe, das ebenfalls Renault zuliefert.
Kommen wir noch mal auf das Gewicht zurück: 560kg!
105PS, 148NM, 560kg...klingt doch irgendwie verdächtig nach Spaß und die Massenverteilung von 40% vorn und 60% hinten kann das noch mal betonen!

 

Wer sich mal mit dem F16 beschäftigt und Video-Plattformen und anderes mit dem richtigen Suchbegriff unsicher macht oder vielleicht sogar mal eine Probefahrt wagt, wird wohl zu dem Schluss kommen, dass das wohl nicht nur so klingt.
Auf Landstraßentempo hat man unter 6 Sekunden beschleunigt und Durchzugswerte sind ähnlich verlockend.
Nur bei der Höchstgeschwindigkeit ist für den Kleinst-Sportwagen bei 180km/h erstmal Feierabend.
Im Mix soll der F16 unter 7 Liter verbrauchen. Da hat sogar manches Motorrad das Nachsehen, allerdings ist der Tank des F16 mit 24 Litern auch nicht viel größer und verhindert große Reichweiten.

 

Ist natürlich die Frage, was SECMA für den kleinen F16 preislich aufruft. Nun, wer beim saarländischen Generalimporteur aufschlägt sollte schon so knapp 20.000 EUR mindestens in der Tasche oder auf dem Konto haben. Für einen neuen F16 ist darunter nicht viel zu machen und das Gebrauchtangebot ist eher rar.
Wer noch einige Verbesserungen am Fahrwerk nutzen möchte und daher lieber zum F16 EVO greift, der muss allerdings noch mal knapp 3.000 EUR mehr einplanen. Ebenso derjenige, der sich im Zubehör-Angebot bedienen möchte und z.B. ein Stoffverdeck mit Gullwing-Doors und einiges anderes im Auge hat, treibt den Preis für seinen Flitzer zügig nach oben.

 

Wem das aber alles noch nicht reicht, der kann zum nächsten Kracher von SECMA greifen: den F16 Turbo.
Wer jetzt glaubt, dass es sich doch wohl nicht etwa um einen Kleinstsportwagen mit ähnlichen Eigenschaften, aber noch mehr Leistung handelt, dem müssen wir sagen: Doch...ganz genau das!

 

Es handelt sich aber nicht einfach nur um einen F16 mit Turbo, sondern um ein völlig eigenständiges Fahrzeug. Fahrwerk, Antrieb, Karosserie und Innenraum wurden eigens neu entwickelt und damit ist der F16 Turbo auch eine völlig andere Erscheinung.
Während man den F16 unter Umständen niedlich finden könnte, sieht der F16 Turbo auch irgendwie eine Spur brutaler aus.

 

Stellt sich die Frage, was das unterm Strich gebracht hat.
Zuerst die schlechte Nachricht: Der F16 Turbo ist schwerer als sein Pendant: und zwar mit 657kg fast 100kg, bei gleicher Gewichtsverteilung und der Bolide ist auch eine Spur größer:
3,18m lang, 1,74m breit, 1,17m hoch, 2,32m zwischen den Achsen.

 

ABER: Dafür ist unterm Kunststoffkleid auch einiges mehr los.
Diesmal kommt die Kraft allerdings von PEUGEOT.
Neben einem 6-Gang-Schaltgetriebe wird nämlich hier ein ebenfalls 1.6 Liter großer 4-Zylinder verbaut, allerdings handelt es sich um einen Direkteinspritzer mit Turbo-Unterstützung.
Leistung: 205PS, Drehmoment: ordentliche 285Nm.
Das klingt nicht sportlich, sondern eher brutal.

 

So ausgerüstet fährt der F16 Turbo in einer anderen Liga. Von 0 auf 100 benötigt er nochmal knapp über eine Sekunde weniger (4,8 Sekunden) und Schluss ist mit dem Vorwärtsdrang erst bei immerhin 240km/h.

 

Alles fein. Nächste Frage: "costa quanta?".
33.600 EUR soll der Turbo-Bolide kosten. Allerdings schon dabei: Verdeck und Ledergestühl.
Laut Hersteller liegen übrigens die Verbrauchswerte ganz ähnlich wie beim F16, sogar leicht darunter.

 

Alles in allem steht aber fest, dass einem der brutal puristische Fahrspaß schon ein bisschen was Wert sein muss, denn als Erstwagen kommen die Boliden wohl nicht in Frage, da Nutzwert tendiert je gen Null.
Allerdings müssen die SECMA-Boliden hier den Vergleich nicht scheuen. Ähnliche Konzepte gibt es am Markt durchaus, die aber nicht gerade günstiger sind.
KTM X-Bow oder gar ein Ariel Atom mögen noch brutaler sein, sind aber auch deutlich teurer.
Ungefähr vergleichbar ist eventuell der Polaris Slingshot. Allerdings hat der weniger Leistung als der Turbo und "nur" 3 Räder, kostet in der SLR-Version aber ähnlich.

 

Bei solchen Spaß-Fahrzeugen muss wohl der Geschmack und die Probefahrt entscheiden!

 

Mehr Informationen gibt es unter www.secma.de

 

Alle Bildrechte liegen beim Hersteller, bei LA REVUE AUTOMOBILE oder siehe Wasserzeichen.

 

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