Yamaha Cars

Und wieder mal ein Thema, dass ich immer wieder lese und mal klar stellen will:

 

YAMAHA verdient seine Lorbeeren hauptsächlich in Entwicklung und Vertrieb von Motorrädern. Das ist schon richtig, aber bei YAMAHA hat man schon eine Menge mehr auf der Pfanne als das.

 

Immer wieder lese ich selbst bei renommierten Zeitschriften und Blogs eine große Verwunderung, wenn YAMAHA Konzepte für Fahrzeuge mit mehr als zwei Rädern vorstellt.
Aktuell z.B. das YAMAHA Sports Ride Concept, das offenbar einige an einen Mini-McLaren erinnert.
Und drum herum liest man eben viel, sehr viel Verwunderung und Überraschung heraus und teilweise sogar eine Hinterfragung, ob ein Motorradhersteller oder speziell YAMAHA in der Lage ist Autos zu entwickeln.
Natürlich sind sie das.

 

YAMAHA sollte man hier keinesfalls unterschätzen.
YAMAHA hat viel Erfahrung in der Entwicklung von Antriebskonzepten.
Selbst wer sich mit YAMAHA noch nicht viel beschäftigt hat, hat aber vielleicht schon mal mitbekommen, dass YAMAHA Motor (Musik bleibt hier mal außen vor) neben dem Motorrad-, Quad- und Multiwheeler-Geschäft auch im Marine Segment als renommierter Hersteller von Außenbordmotoren, Schlauchbooten und Jet-Ski stark engagiert ist, aber darüber hinaus auch z.B. Golf- oder Schneemobile baut sowie Pumpen, Stromerzeuger und Fräsen.

 

Aber auch im Automotive-Bereich ist YAMAHA keine Unbekannte.
Schon in den 60er Jahren war YAMAHA in der Fahrzeugentwicklung tätig.
Toyotas berühmter 2000GT wurde nicht nur bei Yamaha gefertigt, sondern YAMAHA war auch wesentlich an der Entwicklung des Fahrzeugs, insbesondere an Zentralrohrrahmen und Antrieb, beteiligt.
Von 1967 bis 1970 wurden 351 Fahrzeuge produziert und verbliebene Exemplare werden heute zu hohen Kursen unter Oldtimer-Liebhabern gehandelt.
Ein nie in Serie gebauter Cabrio-Prototyp fungierte sogar als Bond-Car in "Man lebt nur zweimal" und half Sean Connery bei der Rettung der Welt vor den Bösewichten.
Ab 1967 belieferte YAMAHA Toyota auch mit Automotoren.

 

Ab 1984 lieferte YAMAHA auch Motoren für die Ford Motor Company.
Bekannteste und beeindruckendste Ableger aus dieser Kooperation war z.B. der Ford Taurus SHO, der zunächst 6-Zylinder- und später 8-Zylinder-Motoren von YAMAHA trug.

 

1992 stellte YAMAHA sein erstes vollständig selbst entwickeltes SuperCar vor: den YAMAHA OX99-11.
Er wurde als reines Rennwagen-Konzept konzipiert. Das Chassis bestand zum Großteil aus Carbon-Fiberglas und die Karosserie aus Aluminium. Beim Motor handelte es sich um einen 3.5 Liter V12, der über 400PS leistete und den Boliden von 0-100km/h in 3.2 Sekunden schob und auf über 350km/h Höchstgeschwindigkeit.
800.000$ sollte der Wagen kosten. Aufgrund einer japanischen Rezession wurde der Wagen aber nie in Serie gebaut und es blieb bei drei Prototypen zu Test- und Präsentationszwecken.

 

2004 brachte Volvo den XC90 mit einer überzeugenden Motorvariante: Ein 4,4 Liter V8 mit 315PS. Der unter 200kg schwere und äußerst kompakte Aluminiumblock wurde von YAMAHA entwickelt und zugeliefert.

 

2012 wurde das YAMAHA R Car Concept bekannt, um das sich viele Gerüchte überschlugen.

 

Bis zu 900PS sollte das SuperCar bieten und entsprechende Fahrleistungen.
Angeblich gab es auch Gespräche das Fahrzeug bei Toyota zu produzieren.

 

Fazit:
YAMAHA kann definitiv Autos bauen und dem Konzern ist hier einiges zuzutrauen. Man wird sehen, wo es nun mit dem 2-Seater-Multikonzept hingeht.
Die aktuellen Konzepte machen neugierig.

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